Vortrag

Ansgar Martins
Das Elend der Esoterik

Mittwoch, 23. November 2016, 20.15 Uhr

Die Aufklärung hat den Mythos nicht aufgelöst, sondern bringt ihre eigenen ideologischen Schleier hervor. Karma, kosmische Gesetze und tiefere Seinsgründe haben sich in der modernen Esoterik als vielfältige Erklärungsmuster für Weltgeschehen und individuelle Nöte etabliert. Ideologien von „Ganzheit“ und „Einklang“ mit allem irgend möglichen versprechen Glück und Frieden bei der alltäglichen (Selbst-)Zurichtung. Damit wird die „höhere Weisheit“ zur Rechtfertigung der Welt, vor der sie entfliehen wollte. Diese paradoxe Spaltung zwischen Protest und Affirmation findet ihre Auflösung gern in verschwörungsideologischen und antisemitischen Welterklärungen.

Ansgar Martins, M. A., hat Religionsphilosophie, Soziologie und Geschichte in Frankfurt a. M. studiert. Dort forscht er an der Martin Buber-Professur für jüdische Religionsphilosophie zur Philosophie Siegfried Kracauers. In verschiedenen Publikationen und als Vortragsredner hat er sich mit Kritischer Theorie, moderner Esoterik und Verschwörungstheorien beschäftigt.

Eine Veranstaltung der Aktion Zaungast