Buchvorstellung

Marion Kliesch
Ästhetik der Zensur

Dienstag, 04. April 2017, 20.00 Uhr

Was zeichnet die Ästhetik zensierter Bilder aus? Wie beeinflussen verdeckte, verpixelte oder unsichtbar gemachte Bilder unsere visuelle Wahrnehmung? Die Studie zu Motiven und Formen der Zensur von bzw. in Bildern untersucht exemplarisch, wie Informationsunterdrückung bildhaft in Erscheinung tritt. Zensur-Beispiele werden wie Stichproben untersucht und spannen einen Bogen vom offensichtlich Verborgenen bis hin zu nicht erkennbaren zensorischen Eingriffen. So widmet sich das erste Kapitel der Zensur des Körpers, wie sie derzeit durch Regeln in den sozialen Netzwerken, wie etwa bei Facebook und Instagram, stattfindet. In Bezug auf den Körper kann die Zensur als ein letzter „Schleier“ gedeutet werden. Am Beispiel unkenntlich gemachter Stellen in Satellitenbildern wird gezeigt, wie Informationen in Bildern gezielt verändert und verfälscht werden, z. B. durch das Retuschieren von Inhalten oder Reduzieren der Auflösung. Als unsichtbare Formen der Zensur lassen sich schwer nachvollziehbare Mechanismen begreifen, die unbemerkt in unser Denken, Empfinden und Wissen eingreifen. Hier wird das Bild zum Programm, das eine Zensur ausführt.

Taschenbuch im Format 12.5 x 20 cm, 
mit 184 Seiten, 40 Abbildungen

In Kooperation mit der Rosa Luxemburg Initiative Bremen

Fotos: Nora Heinisch