Ewgeniy Kasakow

Die Fantasie von der Macht ­fernhalten.
Michail Lifschitz – ein Westmarxist im Osten

Mittwoch, 13. November 2013, 20.00 Uhr

Michail Lifschitz (1905-1983) war ein sowjetischer Philosoph, Kunstkritiker, Literaturwissenschaftler und enger Mitstreiter von Georg Lukács und Andrej Platonow. Ende der 60er Jahre hat es sich Lifschitz mit der kritischen (anti)sowjetischen Intelligenzija verdorben. Inmitten des Kampfes für die Rehabilitierung der avantgaridistischen Tradition verkündete Lifschitz, dass die stalinistische Kunst nicht die Negation der von ihr abgelösten Avantgarden, sondern deren logische Fortsetzung sei. Die Avantgarden standen und stehen stellvertretend für Rebelion und Individualität. Für Lifschitz hingegen waren sie der adequate Ausdruck der Antiaufklärung in der Kunst.

Der Vortrag basiert auf einem gleichnamigen Beitrag, erschienen im Sammelband "Ästhetik ohne Widerstand" von Annette Emde und Radek Krolczyk.

Ewgeniy Kasakow, Historiker. Veröffentlichte u.a. in: konkret, Neprikosnovennij Zapas, testcard, kultura - Russland-Kulturanalysen, Voprosy istorii, Gai Dào, Svobodnaja Mysl, JahrBuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Grundrisse, Stanford Post-Soviet Post, Zonic, Phase 2.