Jan Gerstner

Das andere Gedächtnis
Literatur und Fotografie nach Auschwitz

Donnerstag, 12. Dezember 2013, 20.00 Uhr

Die Frage, wie mit der Darstellung dessen, was in Auschwitz geschah, umzugehen ist, betrifft gleichermaßen die Fotografie wie die Literatur, wenn auch nicht immer in gleicher Weise. Eines ist die Frage nach der Legitimität und Angemessenheit ästhetischer Zugänge, das andere das Problem der Zeugnisse der Vernichtung. Fotografien aus den Lagern und Ghettos stehen auf problematische Weise zwischen Abbildung und Verbergung der nationalsozialistischen Verbrechen, zwischen Zeugnis und Komplizenschaft. Unter Rückgriff auf fototheoretische Überlegungen wird der Vortrag die Schwierigkeiten der Rezeption von Fotos "des Holocaust" darlegen und nach Möglichkeiten fragen, wie in literarischen Zugängen zu Fotografien das Problem einer "angemessenen" Darstellung nicht gelöst, aber der Reflektion zugänglich gemacht werden kann.

Jan Gerstner (geb. 1978) hat an der Universität Bremen einen Lehrauftrag in Literaturwissenschaften. Er lebt in Bremen und Mainz.

In Kooperation mit ExLibris

Berhold Brecht: Kriegsfibel